Vier Jahre nach dem letzten Update freut sich der Stiftungsrat, die dritte Version des
Werksverzeichnisses unserer Sammlung vorlegen zu dürfen. Diese umfasst nunmehr
82 qualitativ
hochstehende Kunstwerke von insgesamt 42 international anerkannten
Künstlerinnen
und Künstlern. Dank der Zuwendungen der 60 Stifterinnen und Stifter
verfügt die Stiftung im
19. Jahr des Bestehens über ein Budget von rund Fr. 150 000.–
für Ankäufe. Damit konnte der
kontinuierliche Aufbau einer bedeutenden Sammlung
von Gegenwartskunst im Gesamtwert
von mittlerweile mehreren Millionen Franken
weiter verfolgt werden. Kunstmuseum,
Kunsthalle und Stiftung Kunsthalle arbeiten
dabei Hand in Hand, liegt doch die Auswahl der
anzukaufenden Werke in der
Verantwortlichkeit des Direktors der Kunsthalle, jedoch immer
in Absprache mit dem
Direktor des Kunstmuseums.
Diese gewichtige Sammlung von Gegenwartskunst soll im geplanten Anbau am
Kunstmuseum bald einmal das langersehnte «Dach über dem Kopf» erhalten. Damit
findet
eine lange Phase der Vorarbeit, begonnen unter Beat Jordi, dem leider viel zu
früh verstorbenen
ersten Präsidenten, erfolgreich ihren Abschluss.
Nachdem die Gegenwartsabteilung nun bald Realität sein wird, ist es der dezidierte
Wille
des Stiftungsrates, die Sammlungstätigkeit wieder ins Zentrum der Aktivitäten zu
stellen. Aus
diesem Grunde wird der ursprüngliche Stiftungszweck Ankauf von
Kunstwerken wieder
angestrebt, und die Statuten werden demnächst entsprechend
angepasst. Die Bestände der
Stiftung Kunsthalle Bern bilden gemeinsam mit
verschiedenen Sammlungen und
Schenkungen von Gegenwartskunst, die dem
Kunstmuseum Bern anvertraut sind (rund
3000 Werke), ein beträchtliches Potenzial für
die künftige Museumsarbeit. Wichtig ist, dass
die Stiftung Kunsthalle Bern ihre Werke
zwar dem Kunstmuseum zu Ausstellungszwecken
überlässt, aber Eigentümerin bleibt.
Dabei genügt es nicht, ein «Dach über dem Kopf» zu haben; vielmehr bedarf es für die
Nutzung dieses Potentials auch eines einheitlichen Konzeptes. Unser Stiftungszweck
verlangt,
und dies wird für die Zukunft der Stiftung entscheidend sein, dass unsere
Sammlungsbestände ihr Dasein nicht im Depot fristen müssen, sondern möglichst
häufig in
Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, sei dies im
Kunstmuseum oder gegebenenfalls in einem anderen musealen Kontext. Damit sollen
nicht nur Themen
und Positionen der Gegenwartskunst aufgearbeitet werden, sondern
es geht auch darum, die überaus
reiche Sammler- und Künstlerszene in Bern zu
inspirieren. Wenn hier eine gegenseitige
Befruchtung stattfindet, wird der nötige
Motivationsschub für die Stiftung erzeugt, und es
besteht die begründete Hoffnung,
dass die Zahl der Stifterinnen und Stifter und somit der
Sammlungsbestände
vergrössert werden kann.
Der Stiftungsrat ist weiterhin bemüht, den Kontakt zwischen den Stifterinnen und
Stiftern
sowie Künstlerinnen und Künstlern durch informative Veranstaltungen,
Ausstellungsbesuche
und Kunstreisen zu fördern, im Sinne einer lebendigen
Kunstszene für die «Gegenwart/Bern».
Jobst Wagner
Präsident Stiftung Kunsthalle Bern |